• Interview mit Semina Project (SIA-Finalist 2018)

    Semina Project kurz SePro verbindet gleich mehrere Ziele in einem! Durch schadstofferzeugende Kohleöfen werden täglich Menschen beim Kochen in Entwicklungsländern tödlichen Luftverschmutzungen ausgesetzt. Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 3.8 Millionen Menschen an der häuslichen Luftverschmutzung. Mit der Herstellung von Holzöfen mit geringerer Schadstoffbelastung leistet SePro einen Beitrag zur Schonung der Gesundheit und Umwelt und schafft auch technische Ausbildungsmöglichkeiten mit anschließender Beschäftigung.

    Wir sprachen mit SIA-Finalist Michael Keinrath, welcher gemeinsam mit Simon Brockmeier und Christian Weindl SePro gründete um Leben zu retten.

    Elisa von This Sustainable Life: Wie würdest du SePro in einem Satz beschreiben?

    Michael von SePro: Wir bauen kleine Werkstätten in denen effiziente und schadstoffarme Holzsparöfen produziert werden, die jeder selber bauen kann.

    ElisaWie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Michael: Ich war selbst schon für einige Entwicklungszusammenarbeitsprojekte in Tansania unterwegs und war schockiert wie die Menschen dort kochen und wie viel Rauch dadurch in ihren Häusern ist. Als ich für ein Waisenhaus-Projekt dort war sah es auf den ersten Blick so aus als würden die Häuser im Hintergrund brennen, wegen dem ganzen Rauch. Dabei haben die Dorfbewohner zur Begrüßung für uns gekocht und wir haben über den vielen Rauch geredet. Um ihnen den Wunsch nach rauchfreien Küchen zu ermöglichen haben wir in zusammenarbeit einen Holzsparofen entwickelt, der auf die Bedürfnisse und Vorlieben der Community angepasst ist.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Michael: 18.900 Menschen sterben jedes Jahr in Tansania wegen der häuslichen Luftverschmutzung verursacht durch die offenen Feuerstellen. Des Weiteren wird 80% des entnommenen Holz verbrannt. Unsere Zielgruppe sind die drei Milliarden Menschen, die auf offenem Feuer kochen und unter der absoluten Armutsgrenze leben. Wir möchten jedem Menschen ermöglichen sich einen schadstoffarmen Holzofen leisten zu können. Durch den Einsatz unserer Öfen kann eine tansanische Familie über eine Tonne Holz pro Jahr sparen, den Schadstoffausstoß um 70% reduzieren, 120km Fußweg pro Monat für das Holzsammeln sparen, sicher Kochen und 1,8t CO2 pro Jahr einsparen.

    Elisa: Wie stellt ihr sicher, dass die Öfen leistbar sind?

    Michael: Unsere Holzöfen sind in zwei Modulen aufgebaut, einfach und lokal herstellbar. Die Öfen werden vor Ort aus lokalen Ressourcen produziert und sind dadurch sehr günstig in der Herstellung. Dadurch kann sich die lokale Bevölkerung ohne Mikrokredite die Holzöfen leisten und die Mitarbeiter werden fair bezahlt. Die Herstellungskosten betragen momentan 16 Dollar vor Ort. Der Vorteil ist auch, dass jeder den Ofen selber bauen kann, man braucht dazu nur Lehm oder Blech, einen Hammer und Meisel. Im besten Fall hat man aber eine Micro-Facility in der Nähe stehen, wo man den Ofen einfach mit selbstgebauten Maschinen herstellt.

    Ofen von SePro

    Elisa: Wie genau sind eure Öfen konzipiert und glaubt ihr, dass sie von den Menschen vor Ort genutzt werden?

    Michael: Wir haben zusammen mit der lokalen Dorfgemeinschaft den Ofen entwickelt und in Rücksprache immer wieder auf die Benutzer angepasst. Zurzeit testen wir die Öfen in Österreich um diese laufend zu verbessern. Vor Ort werden wir dann die Öfen erst ab Dezember testen, wann wir nach Tansania reisen und die ersten Prototypen bauen. Diese ersten Holzsparöfen werden ein halbes Jahr verwendet werden und wo die lokale Bevölkerung unseren gemeinsam entwickelten Ofen auf Herz und Nieren testet. Vorab haben wir die Bevölkerung bereits gefragt was ihnen wichtig ist, nämlich, dass es vor allem benutzer-, brennstofffreundlich ,effizient, schadstoffarm und sicher in den Küchen ist. Unser Modell vereint alle diese gewünschten Eigenschaften in einem kompakten Ofen.

    Elisa: 1,8t CO2 pro Jahr sind ja ganz schön viel, würde sich euer Projekt nicht als CO2-Kompensationsprojekt beim anderen SIA-Finalisten Reisebunt anbieten?

    Michael: *lacht* Ja, unser Projekt passt wirklich sehr gut mit Reisebunt zusammen, denn wir sparen das CO2 ein, das Philipp (Gründer von Reisebunt) kompensieren will.
    Es ist jedoch nicht ganz so leicht, da es unter dem Clean Development Mechanism verschiedene Standards gibt nach denen man ein CO2-Zertifikat erstellen darf. Sozialprojekte haben hier auch eine eigene Zertifizierung. Die BOKU hat einen geeigneten Standard, welcher ähnlich wie der Gold Standard ist und ebenfalls für Klimaschutzprojekte, die auch eine soziale Komponente haben, gilt, nur mit dem Unterschied, dass er deutlich günstiger als der Gold Standard ist. Mit SePro fokussieren wir uns auf zehn Sustainable Development Goals (SDGs). Es wäre großartig wenn wir unsere Projekte in Tansania durch die CO2-Kompensation finanzieren könnten. Also ein Partner wie Reisebunt wäre auf jeden Fall super.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden und woher habt ihr die nötigen Kompetenzen um SePro umzusetzen?

    Michael: Wir Drei haben uns über Ingenieure ohne Grenzen Austria gefunden, dort bekommen wir auch viel Unterstützung von unserer Regionalgruppe. Zum Beispiel haben wir eine Einschulung ins Projektmanagement erhalten und sind auch so auf den SIA aufmerksam geworden. Durch den wir viele hilfreiche Kontakte wie z.B. zur ADA (Austrian Development Agency) bekommen haben. Natürlich ist es auch hilfreich, dass wir Maschinenbau und industrielle Energietechnik sowie Industrielogistik studieren und dadurch die Holzsparöfen technisch konzipieren können. Christian ist auch Schlossermeister und bildet für uns die Trainer aus.

    Elisa: Wie ist euer Geschäftsmodell und was ist eure Vision?

    Michael: Wir möchten soziale und ökologische Nachhaltigkeit forcieren. Daher verkaufen wir keine Holzsparöfen, sondern bilden Communities aus, damit sie diese selbst herstellen können. Mit der CO2-Kompensation möchten wir die Communities mit weiteren Ausbildungsmodulen unterstützen. Auch in den Schulen bilden wir Jugendliche aus wie man nachhaltig mit Ressourcen umgeht (dass mehr Bäume nachgepflanzt als abgeholzt werden) und bringen ihnen die Fähigkeiten bei, die sie brauchen um eine Anstellung in den Werkstätten zu finden oder Öfen selbst herstellen können. Unsere Vision ist, dass in Zukunft nicht nur Holzsparöfen produziert werden, sondern auch PV-Anlagen und Module für die Wasseraufbereitung gebaut werden.

    Was das Geschäftsmodell angeht bereiten wir uns auf verschiedene Szenarien vor, entweder kooperieren wir mit einer NGO (Joint Venture mit SePro), die die Öfen verkauft und die Ausbildung ermöglicht. Oder, wenn wir keine NGO finden, ist die Community gefragt, die die Verantwortung für die Werkstatt übernimmt und selbst die Öfen baut und verkauft. Das dritte Szenario ist, dass lokale Werkstätten, die es bereits in den Dörfern gibt und die ein neues Produkt verkaufen wollen, die Öfen von SePro mit Hilfe eines Technikers bauen und verkaufen. Momentan finanzieren wir uns über Spenden, möchten uns jedoch später durch die CO2-Kompensation finanzieren.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Michael: Am schwierigsten ist sicher, dass wir so viele interdisziplinären Themen in einem Projekt vereinen. Zum Glück sind wir neugierig und begeistern uns mit Themen aus Bereichen die nichts, wirklich gar nichts mit unserem Studium zu tun haben . Eine große Hilfestellung ist auch Ingenieure ohne Grenzen Austria, wo uns Experten aus verschiedenen Bereichen unterstützen.

    Elisa: Was würdest du potentiellen Gründern empfehlen?

    Michael: Einfach aktiv werden. Vor 3 Jahren gab es eine Infoveranstaltung von Ingenieure ohne Grenzen Austria gegangen, dabei wurde über interessante Möglichkeiten diskutiert ein nachhaltiges Abwasserkonzept für eine Schule zu entwickeln und dieses auch vor Ort in Tansania aufzubauen. Dann habe ich mich voll reingehängt und war wenig später bei dem Projekt in Tansania. Mir ist es wichtig, dass ich die Theorie die ich im Studium lerne, auch praktisch anwenden kann. Wenn man aktiv werden will, also wirklich aktiv, dann sollte man keine Ausreden suchen, sondern einfach die Chance ergreifen, sich ein Team finden und loslegen.

    Jeder kann bei SePro und Ingenieure ohne Grenzen mithelfen die Projekte zu realisieren: https://www.iog-austria.at/iog_project/sepro/
    Mehr Informationen rund um SePro findet ihr auf ihrer Facebookseite.
     
    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.
  • Interview mit triply (SIA-Finalist 2018)

    „280 Verkehrstote zwischen 1. Jänner und 9. September 2018“ Das ist eine alarmierende Zahl, die das Team von triply senken will! Gefährliche Unfälle unter Alkohol – oder Drogeneinfluss, aber auch nächtliche Gefahren können vermieden werden – Und zwar indem triply es Veranstaltern ermöglicht einfach Shuttle-Service zu organisieren, welche im ländlichen Raum ihre Gäste zum Veranstaltungsort bringen und abholen.

    Wir haben mit einem der drei Gründer von triply, Sebastian Tanzer, über ihr Startup mit dem Ziel der erhöhten Mobilität im ländlichen Raum gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    triply: Wir, Christopher, Dominik und ich, kommen alle aus der ländlichen Gegend und kennen daher seit jeher das Problem, welches wir im Rahmen von triply lösen wollen: Um zu Festen oder Veranstaltungen zu gelangen, muss immer irgendjemand die unglückliche Rolle des Fahrers erhalten, oder ein – meist überteuertes – Taxi bestellt werden, da der öffentliche Verkehr im ländlichen Gebiet sehr rar bzw am Abend nicht vorhanden ist. Vor allem bei längeren Nächten kann auch für Fahrer, die auf Alkohol verzichten, die nächtliche Heimfahrt sehr anstrengend werden. Wir haben uns als Ziel gesetzt, eine Lösung für dieses Problem bereitzustellen!

    SIA: Trotz des schlechten öffentlichen Verkehrsnetzes am Land wollt ihr dieses möglichst gut in eure Konzepte einbinden. Wie funktioniert das?

    triply: Ja, wir beachten den öffentlichen Verkehr und binden diesen so gut es geht in unsere Konzepte mit ein. Oftmals kommt man mit den Öffis noch gut zu den Veranstaltungen, aber nicht mehr heim. In diesen Fällen konzentrieren wir uns verstärkt darauf Busse für die Heimfahrt zu organisieren.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    triply: Die Schwierigkeit bei der Entwicklung besteht in der Umsetzung der technischen Lösung. Wir wollen es den Veranstaltern ermöglichen, automatisch Transportkonzepte für Events zu erstellen und Busfahrten in diesen Konzepten an regionale Busunternehmen zu vergeben. Der Vorteil ist, dass wir uns mittlerweile sehr gut mit dieser Technik auskennen und nicht davor scheuen, Kontakte zu diversen Universitäten und anderen Unternehmen zu knüpfen.

    SIA: Auf Festen am Land wird hin- und wieder ein Shuttle-Service zur Verfügung gestellt. Wodurch unterscheidet sich dieses von triply?

    triply: Der Unterschied liegt in der Planung. Derzeit werden Shuttlebusse oft von der Gemeinde gestellt beziehungsweise wird von Eventmanagern planlos festgelegt, welche Haltestellen passen könnten. Wir von triply planen im Vorhinein, was die richtigen Haltestellen für das Event sind, indem wir Daten analysieren. Wir überlegen, wie viele Busse es ungefähr brauchen wird, analysieren aber noch mit dem Ticketverkauf mit, wie viele Plätze tatsächlich verkauft werden. Schließlich machen wir uns noch Gedanken darüber, wie hoch das Risiko oder auch die Chance ist, dass sich die Busse auffüllen und so selbst wieder zahlen.

    SIA: Da die Zielgruppe von triply eher jung ist, verdienen viele noch kein eigenes Geld. Ist triply eine kostengünstige Möglichkeit, von A nach B zu gelangen?

    triply: Für den Gast der mit dem Bus fährt, ist es auf jeden Fall günstiger als mit dem Taxi. Der große Vorteil ist, dass für den Eventmanager und die Gemeinden das Risiko schrumpft, dass sie unnötig viel Geld für den Transport der Besucher zahlen und der Planungsaufwand wegfällt.

    SIA: Gibt es die Möglichkeit triply auch dann zu nutzen, wenn der Veranstalter diesen Service nicht anbietet? Ist es dann günstiger triply zu wählen oder sich selbst einen Bus zu organisieren?

    triply: Wir organisieren natürlich auch die Busse für Gruppen, die an uns herantreten und zu einem bestimmten Event gelangen wollen. Für diese übernehmen wir dann die Buchung der Busse oder wir stellen unser System zur Verfügung, wo sie die Tickets für ihre Mitglieder anbieten können. Der Bus kostet einen bestimmten Betrag, aber nachdem wir schon mit sehr vielen Busunternehmen zusammengearbeitet haben, suchen wir vor allem die Unternehmen aus, die den besten Preis anbieten und der ganzen Organisation und dem Event am besten gestimmt sind.

    SIA: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    triply: Christopher und ich haben uns im Rahmen unserer Diplomarbeit “public move: Sammeltaxisystem für den ländlichen Raum” bereits mit der Mobilität im ländlichen Raum befasst. Dominik hatte bereits Expertise im Organisieren von Festen und Transportkonzepten für Feste. Im Rahmen eines StartupLive’s in Linz sind wir dann zusammengekommen. Grundsätzlich ist die Aufteilung so, dass Christopher die Hauptrolle in Entwicklung übernimmt, Dominik im Salesbereich tätig ist und ich im Management arbeite.

    Das Team von triply

     

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    triply: Bei unserer ersten Fahrt planten wir mit einem voll besetzten Bus von Sankt Martin wieder nach Linz zurückzufahren. Unser Bus war fünf Minuten nach Abfahrtszeit bis auf einen Platz voll besetzt. Nur einer meiner persönlichen Freunde, der auf einmal in der letzten halben Stunde während des Feierns abhandengekommen war, fehlte noch. Schon langsam wurden wir immer nervöser, versuchten ihn anzurufen, doch auch nach mehrmaligen Kommunikationsversuchen kam keine Rückmeldung von seiner Seite. Schließlich beschlossen wir die Sache zu vergessen und machten uns auf den Heimweg. Am nächsten Morgen (bzw. eigentlich eher Mittag) erhielten wir dann einen klärenden Anruf: Johannes hatte zwar sein Handy kurzzeitig verloren, aber stattdessen eine neue Liebe und einen Schlafplatz gefunden!

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement ) von dem ihr uns berichten möchtet?

    triply: Besonders toll finde ich, dass ich meine derzeitige Freundin in einem unserer Busse kennengelernt habe. Einige andere tolle Momente entstanden durch die positiven Rückmeldungen unserer Gäste. Mehrmals haben wir bereits folgende geniale Frage gehört: “Und warum gibt’s des nu ned bei jedem Festl?!?”

    Mehr Informationen rund um Triply findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit My Future Academy (SIA-Finalist 2018)

    „Und was willst du später einmal machen?“ Eine Frage, bei der viele junge Menschen nervös zusammenzucken. My Future Academy greift genau dort ein, wo Schul- und Universitätsbildung nicht ausreichend helfen kann – In einer digitalen Akademie und in Workshops, die junge Menschen bei der Entfaltung des Potenzials, bei der Zukunftsplanung und bei der Suche nach Antworten auf Fragen, die bisher unbeantwortet blieben, unterstützen soll.

    Wir haben mit Eva Keiffenheim, die bei My Future Academy für Learning Design & Sales verantwortlich ist, über ihr Startup gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    My Future Academy: My Future Academy entstand aus einem Problem, über das wir drei Gründer_innen in unserer Vergangenheit gestolpert sind. Immer wieder wurden wir mit Herausforderungen konfrontiert, auf die wir durch unser Wissen aus Schule und Studium keine passenden Antworten finden konnten. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen auch in ungewissen Zeiten ihr Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

    SIA: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    My Future Academy: Die Idee kam uns im Flugzeug auf dem Rückflug vom Silicon Valley. Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie man Ideenreichtum und Ideenumsetzung auch jungen Menschen vermitteln könnte. Unsere ursprüngliche Idee war ein Sommercamp für Jugendliche. Die Idee mehr Menschen über eine digitale Lernplattform zu erreichen kam erst nach weiteren Brainstorming Treffen hinzu.

    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen?

    My Future Academy: Es gibt verschiedene Gründe My Future Academy jetzt umsetzen. Zum einen war Bildung nie so einfach zugänglich wie heute. Fast jede junge Person besitzt ein Smartphone oder hat Zugang zu einem PC. Zum anderen standen junge Menschen noch nie vor so vielen Möglichkeiten und Herausforderungen wie heute. Viele fühlen sich von der Menge an Entscheidungen überfordert. Genau da setzen wir an.

    SIA: Sind Soft Skills Eigenschaften, die man in einem Kurs erlernen kann? Wenn ja, wie funktioniert das? Werden die Teilnehmer individuell betreut?

    My Future Academy: Mit diesen Fragen experimentieren wir selbst noch stark. Soziale Kompetenzen untergliedern wir in Selbstkompetenzen, so etwas wie Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, etc. und auf der anderen Seite Lernkompetenzen, also Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Lerntechniken und so weiter. Wir versuchen im Moment das Wissen über eine digitale Plattform zu vermitteln, wollen aber sicherstellen, dass es sehr anwendungsorientiert ist. Deshalb planen wir langfristig die Vermittlung nicht nur online, sondern auch unterstützende Wissensaustausche im Peer-to-Peer Learning. Wir haben auch schon eine Mind-Master-Gruppe, wo wir uns gegenseitig austauschen, damit der Wissensverkehr nicht einseitig ist, sondern auch unter den Teilnehmern stattfindet.

    SIA: „Bildung für Jugendliche aus allen Schichten“ – das ist euer Ziel. Bedeutet das, dass man euer Service kostenfrei in Anspruch nehmen kann?

    My Future Academy: Bisher ist unser Service kostenfrei, wir haben schon drei Workshops angeboten, die wir in Sozialen Medien beworben haben und in denen Teilnehmer*innen mit den unterschiedlichsten Hintergründen vertreten waren. Unser Ziel ist es die Plattform langfristig für alle Menschen aus bildungsfernen Schichten kostenlos zu belassen. Gleichzeitig sind wir aber auf der Suche nach einem Impact- Driven Business-Model. Wir möchten uns langfristig mit dem Projekt selbst finanzieren können.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    My Future Academy: Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung ist uns auf eine Zielgruppe festzulegen, da wir möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen möchten. Ursprünglich war My Future Academy an Schüler*innen gerichtet. Bei Jugendlichen in der Schule, also 15-Jährigen, ist aber der Präfrontale Cortex noch nicht so weit ausgeprägt. Dieser Gehirnbereich ist dafür verantwortlich, dass man seine Zukunft planen möchte und sich diese vorstellen kann. Wir haben gemerkt, dass Schüler*innen Schüler*innen bleiben möchten. Sie wollen sich den Kopf noch nicht über ihre Zukunft zerbrechen und wir sollen sie auch nicht in diese Rolle drängen. Studierende beschäftigen sich viel mehr mit den Fragen, auf die wir Antworten geben können. Eine persönliche Eigenschaft, die uns bei der Zielgruppensuche geholfen hat war Offenheit.

    SIA: Woher nehmt ihr euer Wissen, welches ihr in den unterschiedlichen Kursen und Modulen vermittelt und wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    My Future Academy: Wir sind drei Gründer*innen. Philip Hofmacher ist ein erfahrener Online Learning Instructor, Sinem Günel ist Bildungsberaterin und vertritt die WU an Schulen, ich habe im Bachelor Wirtschaftspädagogik studiert, meine pädagogische Ausbildung bei „Teach for Austria“ weitergeführt, unterrichte gerade auf einer Neuen Mittelschule und beschäftige mich mit den Inhalten von Selbstkompetenz und Learning Design. Wir haben uns durch die gemeinsame Projektarbeit an der Entrepreneurship Avenue kennengelernt.

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    My Future Academy: Bei der SIA-Verkündung saßen wir natürlich nervös im Publikum, nachdem wir unter 7 von 10 aufgerufenen Finalisten noch nicht genannt wurden. Darauf kam die Einleitung „Und das nächste Projekt beschäftigt sich mit Bildung“. Wir freuten uns, da wir dachten, dass wir endlich aufgerufen wurden. Dann war aber der nächste Satz mit „in selbstgebauten Öfen“. Wir haben uns dann selbst ausgelacht, weil es eigentlich überhaupt nicht zu unserem Projekt gepasst hat und wir uns eiskalt geirrt haben.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    My Future Academy: Dieses Jahr gab es wieder die Entrepreneurship Avenue. Man muss sich bei den Vorveranstaltungen für das Finale qualifizieren. Wir haben es sogar unter die Top 10 geschafft und auch, wenn wir es nicht gewonnen haben, haben wir sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und auch viele Ideen von Zuhörern im Publikum. Das war ein sehr schöner und bestärkender Moment, der uns viel Motivation gegeben hat.

    Mehr Informationen rund um My Future Academy findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit AndereMeinung.at (SIA-Finalist 2018)

    Jede/r hat ein eigene Meinung, doch ist diese immer die Richtige? AndereMeinung.at will die transparente Information und den differenzierten Diskurs innerhalb einer Gesellschaft erleichtern. Dies geschieht durch die Gegenüberstellung zwei verschiedener Positionen zu einem bestimmten Thema auf ihrer Plattform und wirkt der sich zunehmend negativ auswirkenden Polarisierung entgegen.

    Wir haben mit dem Gründer Marco A. Hans über seine Motivation und die Höhen und Tiefen des Startup-Lebens gesprochen.

    Elisa von This Sustainable Life: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    Marco von AndereMeinung.at: Auslöser für die Idee für AndereMeinung.at war die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich war geschockt und innerlich erschüttert. Es war mir unbegreiflich. Mein Problem war, dass ich in meinem Freundeskreis vergeblich nach Menschen gesucht habe, die eine andere Meinung dazu hatten. Dieser Umstand in Kontrast zu dem Wahlergebnis haben mir gezeigt in welcher Bubble ich lebe. Es war mir nicht möglich von jemandem, der anders denkt, zu lernen. Da habe ich mich entschlossen etwas gegen dieses Problem zu unternehmen. Niemals soll Österreich eine gleiche Polarisierung wie in Amerika erleben. Meine Motivation für das Projekt ist meine volle Überzeugung etwas Gutes damit zu tun und durch Kooperationen und ein plausibles Geschäftsmodell etwas Nachhaltiges zu schaffen. Nach langer Planung ist jetzt Zeit das Problem anzupacken!

    Elisa: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    Marco: Zuerst haben wir ein Konzept für eine Blind Dating App durchgespielt. Als wir uns selbst eingestehen mussten, dass wir selbst diesen Service nicht wirklich benutzen wollen würden, haben wir die Idee modifiziert. Daraus ist die „Dating App für andere Meinungen“ geworden. Das war im Wohnzimmer vor dem Whiteboard.

    Elisa: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen und für wen setzt ihr es um?

    Marco: Das Problem der gesellschaftlichen Polarisierung ist ein riesiges und allgemein bekanntes Problem, das potenziell unsere Zukunft und das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft zerstören kann. Und wir hatten eine Lösung. Es muss einfach etwas getan werden.

    Elisa: Wie würde eine Welt aussehen in der alle Leute einer Meinung sind?

    Marco: Schlecht: Die Vielfalt an Meinungen ist sehr wichtig. Mit unserer Plattform sollen Leute, die anderer Meinung sind, ihr Gegenüber besser verstehen können. Toleranz und Diskurs sind sehr wichtig für eine demokratische Gesellschaft.

    Elisa: Wie stellst du sicher, dass Diskussionen nicht in Streit ausarten?

    Marco: Wir möchten auf AndereMeinung.at die Leute verbinden, damit sich diese entweder virtuell in einem VideoChat oder in einem Café treffen und diskutieren. Dabei werden wir auch noch rumexperimentieren, wie eine respektvolle Diskussion am bestmöglich gelingen kann. Eine Idee ist z.B. einen Online-Moderator zu programmieren, der die Lautstärke und das Diskussionsformat vorgibt. Hierfür suchen wir auch Artificial Intelligence Experten, damit wir während der Diskussion z.B. analysieren wie die Tonlage bzw. Stimmung ist und der Online-Moderator die Diskussion moderieren kann.

    Elisa: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    Marco: Die größte Schwierigkeit ist die noch ungesicherte Finanzierung. Wir werden gerade Experten im Förderantrag schreiben. Unser Businessplan hat gerade 74 Seiten und es fehlen noch gefühlte 30%. Förderer und Spenden sind gerne gesehen. Es ist ein langer, mühsamer aber hoffentlich erfolgreicher Weg zur Umsetzung. Umso wichtiger sind uns Eigenschaften wie Hartnäckigkeit und Teamgeist. Wir sind gute Freunde und geben nicht auf, wenn es schwierig wird. Wir haben bei vorhergegangenen Projekten Fehler gemacht, auf dessen Nicht-Wiederholen wir besonders erpicht sind. Das wird uns bei diesem Projekt helfen.

    Elisa: Was habt ihr aus den vergangenen Projekten gelernt?

    Marco: Egal wie gut ein Projekt ist, wenn das Geschäftsmodell nicht funktioniert und keine Einnahmen generiert werden, stirbt das Projekt. Social Entrepreneurship Projekte sollten sich daher darum kümmern viele Einnahmen zu generieren um zu wachsen. Für AndereMeinung.at haben wir das Team viel stärker und inklusiver aufgebaut. Jeder kann mitmachen. Momentan arbeiten acht Leute an dem Projekt, die alle aus verschiedenen Bereichen kommen wie z.B. Design, IT, Wirtschaft, Filmproduktion und aus der Wissenschaft.

    Elisa: Wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    Marco: Nico und ich sind schon lange Freunde und gemeinsam haben wir schon Projekte umgesetzt. Francis, Nicole, Severin und Valerie haben ihr großes Interesse und Glauben an die Effizienz der Lösung geäußert und wurden Teil des Teams. Jeder kann uns unterstützen – es gibt genug zu tun um die Welt zu retten.

    Elisa: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    Marco: Ich habe einmal 23 Stunden durchgehend am Antrag geschrieben ohne zu schlafen.

    Elisa: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    Marco: Es ist immer ein wiederkehrend schöner Moment die Unterstützung und Gutheißung anderer Menschen wahrzunehmen, wenn wir erzählen was wir tun. Dieses Projekt ist nicht mehr nur das Produkt einer Person, sondern wird von vielen Händen getragen.

     

    Mehr Informationen rund um AndereMeinung.at findet ihr auf ihrer Homepage.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

  • Interview mit kindby (SIA-Finalist 2018)

    kindby: Österreichs erster Babykleidungsverleih

    Since babies quickly outgrow their clothes, parents often resort to cheap baby clothes. Founder Okan and his team at kindby want to stop the purchase and sale of low-grade and unsustainable baby clothing through their platform for leasing clothes. In doing so, they want to have a positive impact on the consumption behaviours of newly arrived parents and teach children about sustainability at the same time. We spoke with Okan McAllister about his project, the circular economy and the Students’ Impact Initiative (SII).

    Elisa from This Sustainable Life: What was your motivation? Why did you start your project?

    Okan from kindby: The obvious reason here is that we want to combat textile waste and unsustainable production methods. However, we would also like to create a social business that is not just for the people who have a sustainable lifestyle, but for everyone. For this, you need a variety of factors, one of which being a competitive advantage. In this case, we have a price advantage we can offer. Usually, sustainable products demand a price premium which might discourage the part of the population who is not necessarily prioritizing sustainability in their lifestyle. We would like to offer an entry way for this segment of the population by solving real life problems for them.

    Elisa: How do you achieve this price advantage?

    Okan: Especially for baby clothing the leasing model makes sense, since baby sizes change so frequently in the first two years of life. You will be able to rent the clothes for a few euros per month and are able to return it for free. kindby then checks the quality and washes it and then it goes back to the inventory. The rental model saves parents 60% per year, while providing them with the best quality clothing and accessories available.

    Elisa: How often can you resell the clothing and is it organic?

    Okan: We are not sure yet, we need to find out together how often it can be rented. We also still need to decide if we use organic or normal certified cotton and find out which one is more sustainable since normal cotton could have a longer durability. Reusing the clothing as often as possible would have the most positive impact. We are working with a consulting company on this to find out which method is better from an environmental perspective. It should also be 100% circular and one of the main problems for recycling is multi-fibre textiles. By ensuring that we have 100% recyclable materials the waste management companies don’t need to downcycle anything, we can mill it down to fibres and can sell it to the reclaimed fibre industry.

    Elisa: How often do you rent or share things?

    Okan: People share stuff because of an economic incentive, but then there is also stigma (e.g. when wearing used clothes). Unfortunately there are not so many options for 2nd hand clothes for men, so I try to buy high quality (sustainably) and buy less. Because the main problem is that we are buying too much and are throwing away to quickly. Reuse mechanisms like 2nd hand clothes thus don’t address the source of the problem. This is why kindby wants to make it more accessible and easier for people to transition into a more sustainable lifestyle without having to pay more for sustainable products.

    Elisa: Sounds good! How did you get the idea for your project? What did you do the moment you came up with the idea?

    Okan: Although there are current efforts to make second hand cool, charity shops do not address the core issues of textile waste and production. There are several problems along the way. Recollection rates, sustainable production, clothing or accessories that are not recyclable are some of these issues. We wanted to come up with a way to combat most of these areas in a scalable and financially sustainable way. With this business model we are able to empower existing social businesses, sustainable producers, and teach children about responsible consumption, as parts of the profits of kindby will go towards our existing programs we have teaching middle school and high school children about sustainability (www.missionliftoff.com). The moment I had the idea, I was on my way to a meeting in the subway, I simply wrote it down as with most ideas I have. Not an exciting story there, unfortunately. If I see a problem, I want to do something about it.

    Elisa: How did you find a team for the project?

    Okan: This initiative is implemented by an organization called Students’ Impact Initiative. We create social businesses, and teach children about societal issues. With SII we create impactful ideas and find people that would like to implement them. We have several different initiatives. We want to show that successful bottom-up initiatives can also provide a best case example in our transition to a circular economy. We recruit from all universities every semester! Anyone can be a part of our team and can check us out at www.siiaustria.com. However, for a startup project it is quite difficult to find the right people, since they should technically commit around 2 years full-time to test it and you also need to ensure that your vision is aligned with them. In this case, it’s helpful to write a manifesto as a team to set the right expectations for each other, so that everyone is on same boat (what do you expect from each other? Where will the company go in 10 years? How much time etc. can you invest? How would you react if an investor wants to buy the company?). Set honest expectations and think about the future realistically.

    The Kindby-Team

    Elisa: You probably know that there are already some similar social businesses in Germany and Denmark for leasing baby clothes, how do you distinguish yourself from them and do you see them as competitors or partners?

    Okan: After I had the idea I did some research online and also found those companies, but I don’t see them as competition. Social businesses should align to become better together. Social entrepreneurs go into markets that are not well known. When they create a market, regular companies come and compete with them. If you are doing it for the impact you want to have and not for the money only, other social businesses aren’t competition, but partners in crime.

    Elisa: What is your biggest difficulty in developing your project? What personal qualities help you?

    Okan: It is quite difficult to choose your producers with a vision like ours. Responsible producers and suppliers of baby clothing and accessories are more than welcome to get in touch with us at hello@kindby.com. In terms of qualities, we use diversity as our strength. We have people from various backgrounds in our team that provide different perspectives on our projects, which helps us immensely. We do not focus on recruiting people with a business background to our team, but recruit according to mindset. We as SII have an exclusive development program for our members that cover all the relevant areas from project management, business strategy, content marketing, graphic design, all the way down to event management and pitching. This is called the Prime Mover program.

    Elisa: What was a funny anecdote from your project life?

    Okan: In one of our first pitches for kindby, the title slide had a very cute baby as a background. On the lower left hand corner, we had our logo and the tagline: high quality at affordable prices. It was only until after our pitch that we realized that people initially thought that we were about to talk about renting out babies…

    Elisa: Last but not least, what advice would you give to a potential founder?

    Okan: In my opinion, there are two main things a founder has to have regardless of background; emotional intelligence and discipline. It starts off by being extremely self aware and secure, which allows you to know what kind of feedback you should be listening to and then having the discipline to not only work on your lagging areas but also just relentlessly keep going. At the end of the day, there is a huge set of hard and soft skills you will need to be able to move forward, and there will always be people who have various opinions on what will work and what won’t. Being truly self aware of what you’re overlooking, what you are not good at and more will help you accept what needs to be better, and a dose of emotional intelligence will help you understand what kind of feedback you should be listening to and what to not focus on. This is why hard work on its own is nowhere near enough. Be at a level of awareness where you can objectively look at yourself and your idea so that you can make sure to work hard on the right things.

     

    You can find further information about kindby on their homepage, Facebook and Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.

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