• Sommer-Spritzer#6 mit “Ingenieure ohne Grenzen”

    Hallo! Stellt euch doch mal kurz vor. Wer seid ihr, wie heißt euer Projekt und warum nehmt ihr am
    Social Impact Award teil?
    Wir, Ingenieure ohne Grenzen – Tirol mit Projekt EduZapa Mexiko, sind eine Regionalgruppe des
    österreichweiten gemeinnützigen Vereins Ingenieure ohne Grenzen Austria mit ca. 20 Studierenden
    und ArbeitnehmerInnen. Alle engagieren sich ehrenamtlich. Großteils kommen wir aus dem
    technischen Bereich, haben aber auch einige Mitglieder anderer Fachrichtungen. Beim Projekt geht
    es um die Renovierung und den Ausbau der Schule Emiliano Zapata in Cuartel la Mesa im Staat
    Oaxaca, Mexico, um sie in einen attraktiven Arbeitsplatz für engagierte Lehrpersonen zu
    verwandeln.

    Bei SIA machen wir mit um Feedback und Unterstützung der verschiedensten Experten
    zu erhalten, an Bekanntheit zu gewinnen und uns mit anderen Teilnehmern auszutauschen.

    Wir leben in einer Welt, in der vieles gut, manches aber auch schlecht läuft. Welches Problem regt
    euch am meisten auf?
    Es gibt hier eine Reihe an Problemen, die wir als nennenswert sehen. Zum einen herrscht soziale
    Ungleichheit, eine ungerechte Verteilung von Möglichkeiten in der Welt (zw. verschiedenen
    Ländern/Regionen). Auch gibt es aufgrund schlechter Bildung und Analphabetismus teils hohe
    Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Es kommt in weiterer Folge dann zu einer finanziellen
    Abhängigkeit und Abwanderung der Jugend. Man könnte das fast schon als Teufelskreis
    bezeichnen.

    Wie löst ihr dieses Problem und wodurch unterscheidet ihr euch darin von bisherigen
    Lösungsversuchen und Mitbewerb?
    Unser Lösungsgedanke ist, dass durch eine gut ausgebaute Infrastruktur der Schule motivierte
    Lehrpersonen angeregt werden, an der Schule zu unterrichten. Lehrerfortbildungen führen dann
    auch zu einen Impact, der die Motivation (und Kontinuität) der Lehrer und Schüler steigert und eine
    angenehme Lernatmosphäre schafft. Die soziale Komponente ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für
    unser Projekt. Unsere Arbeit am Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Finanzierung, sondern auf
    alle Phasen (Planung, Ausführungsphase und Evaluierung). Bezüglich Mitbewerb zeichnet uns aus,
    dass uns das Einbinden der Bevölkerung auf Augenhöhe, also ein gemeinsames Erarbeiten von
    Ideen und gegenseitiges Profitieren von Wissen, sehr wichtig ist. Es geht um „Hilfe bei der
    Selbsthilfe“; wir gehen also einen Schritt weiter als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben.

    Was ist die größte Herausforderung am Weg zum Social Business und inwiefern unterstützt der
    Social Impact Award euch dabei diese zu lösen?
    Prinzipiell gibt es den Verein und vor allem die Gruppe in Innsbruck noch nicht so lang, da ist vieles
    im Aufbau. Außerdem sind wir ja eine NGO mit vielen Ehrenamtlichen; längerfristig heißt das für
    uns in Österreich: ohne Spenden können wir nicht arbeiten. Wir müssen also noch ein gutes
    Konzept bzw. Profil entwickeln. Nachdem wir wachsen gilt es auch, unsere internen Arbeitsabläufe
    und die Kommunikation noch etwas zu verbessern. SIA unterstützt uns hier zum einen durch Tipps
    der Mentorin, das Coaching (besonders Fundraising), das intensive Arbeiten am Projekt bei den
    Bootcamps und prinzipiell den Evaluierungen bzw. Feedback von außen.

    Wie lautet die Botschaft, die ihr jungen ambitionierten Menschen mitgeben wollt, die
    Verantwortung für eine bessere Welt übernehmen wollen?
    Unsere Botschaft würde dann wohl sein, dass sie nicht vor großen Herausforderungen
    zurückschrecken sollten. Zwar kann man die Welt nicht von einem Tag auf den anderen verbessern,
    aber man kann an ihr bauen. Und gemeinsam baut sich‘s besser als allein!

    Vielen Dank für das Gespräch – wir freuen uns darauf in Zukunft noch viel von euch zu hören!

     

    Du möchtest mehr erfahren? Informiere dich auf der Homepage von Ingenieure ohne Grenzen (Landesgruppe Tirol)!

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    Der Sommer-Spritzer:
    Du fragst dich vielleicht, was hinter den Kulissen des Social Impact Awards passiert und was eigentlich aus den 10 Finalisten geworden ist, die Anfang Mai das Abenteuer “Praktikum im eigenen Projekt” gestartet haben.
    Eines vorweg: Alle Projekte verfolgen ihre Mission mit voller Motivation und arbeiten, trotz der Sommer-Monate hart an sich.
    Um auch euch an den individuellen Fortschritten teilhaben zu lassen, haben wir die FinalistInnen interviewt und stellen euch jede Woche ein Projekt im Rahmen eines spritzigen und authentischen Interviews vor.