• Sommerspritzer #10 mit “Open Piano for Refugees”

     

    Hallo! Stellt euch doch mal kurz vor. Wer seid ihr, wie heißt euer Projekt und warum nehmt ihr am
    Social Impact Award teil?
    Wir sind Udo, Nico, Babsi und unsere rechte Hand in Deutschland, Elisabeth. Gemeinsam mit einem
    kleinen Team führen wir das Sozialprojekt „Open Piano for Refugees“. Wir stellen frei zugängliche
    Flügel in den öffentlichen Raum in Städten in Österreich, Deutschland und der Schweiz, ganz nach
    dem Motto: Alle dürfen spielen. Alle dürfen zuhören. Mit den dabei eingenommenen Spenden
    wollen wir bald das Musikinstitut DoReMi eröffnen, das vor allem die Inklusion von geflüchteten
    und sozial benachteiligten Menschen fördern soll.
    Der SIA hilft uns dabei, die Scheu vor Herausforderungen abzulegen und gibt uns das Rüstzeug, uns
    voll ins Abenteuer zu stürzen. Vor allem profitieren wir aber auch von der hervorragenden
    Vernetzung und konnten schon einige wertvolle Beziehungen knüpfen.

    Wir leben in einer Welt, in der vieles gut, manches aber auch schlecht läuft. Welches Problem regt
    euch am meisten auf?
    Uns regt ganz besonders auf, dass Menschen nicht mehr miteinander reden. Es ist unglaublich, wie
    alle heute aneinander vorbeirauschen und dabei in ihre Smartphones starren und sich maximal
    gegenseitig anschnauzen, wenn sie sich dabei anrempeln. Wie soll in so einem Gesellschaftsklima
    etwas wie Toleranz, Nächstenliebe und ein friedliches Miteinander erhalten werden? Gerade jetzt,
    wo unsere Gesellschaft immer bunter wird und sich verschiedene Kulturen, Sprachen und
    Religionen vermischen braucht es eine besonders intensive Auseinandersetzung mit unseren
    Mitmenschen um Gemeinsamkeiten zu finden und Vorurteile abzubauen.

    Wie löst ihr dieses Problem und wodurch unterscheidet ihr euch darin von bisherigen
    Lösungsversuchen und Mitbewerb?
    Mit Hilfe der Musik wollen wir Verbindungsbrücken bauen zwischen den unterschiedlichsten
    sozialen Schichten, da die Musik weder zwischen Religion, Sprache noch Herkunft unterscheidet. An
    unseren Open Pianos entstehen Orte der Begegnung, Berührungsängste verschwinden und
    Menschen verweilen und interagieren stundenlang miteinander. Mit unserem Musikinstitut
    DoReMi wollen wir nun einen Schritt weiter gehen und eine Kommunikationsplattform für
    Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache, Religion, Alter, Einkommensschicht und
    Geschlecht schaffen. Der Musikunterricht findet im Paarunterricht statt; ein Geflüchteter und ein
    (sozial benachteiligter) Österreicher – entweder von Geflüchteten oder Österreichern unterrichtet.
    Dadurch wird Integration im Alltag gelebt und nachhaltige Beziehungen entstehen.

    Was ist die größte Herausforderung am Weg zum Social Business und inwiefern unterstützt der
    Social Impact Award euch dabei diese zu lösen?
    Oft fühlen wir uns von bürokratischen Hürden, zeitfressenden Nichtigkeiten und lästigen
    Nebenaufgaben übermannt und dann wird uns oft die eigentliche Dimension unseres Vorhabens so
    richtig bewusst: Wie viel Arbeit die Gründung eines Social Business eigentlich bedeutet, auch wie
    viel unangenehme Arbeit. Der SIA hilft uns dabei hier einen realistischen Blick zu entwickeln, in
    kleinen Schritten zu planen und uns vor allem auch vor Augen zu führen, dass sich die Arbeit
    schlussendlich lohnt.

    Wie lautet die Botschaft, die ihr jungen ambitionierten Menschen mitgeben wollt, die
    Verantwortung für eine bessere Welt übernehmen wollen?
    Learning by doing. Lasst eure Taten sprechen, nicht eure Worte. Vor eineinhalb Jahren hatten wir
    den Traum wildfremde Menschen um ein Klavier zu versammeln, wo die Musik die Regeln vorgibt.
    Ein Schritt führte zum andern und hier stehen wir nun mit einer Unzahl an wertvollen Begegnungen
    im Gepäck, die vielen Menschen etwas bedeuten. Also habt ihr eine gute Idee, setzt sie um und
    macht sie wahr!

     

    Vielen Dank für das Gespräch – wir freuen uns darauf in Zukunft noch viel von euch zu hören!

    Du möchtest mehr erfahren? Informiere dich auf der Homepage von Open Piano for Refugees!

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    Der Sommer-Spritzer:
    Du fragst dich vielleicht, was hinter den Kulissen des Social Impact Awards passiert und was eigentlich aus den 10 Finalisten geworden ist, die Anfang Mai das Abenteuer “Praktikum im eigenen Projekt” gestartet haben.
    Eines vorweg: Alle Projekte verfolgen ihre Mission mit voller Motivation und arbeiten, trotz der Sommer-Monate hart an sich.
    Um auch euch an den individuellen Fortschritten teilhaben zu lassen, haben wir die FinalistInnen interviewt und stellen euch jede Woche ein Projekt im Rahmen eines spritzigen und authentischen Interviews vor.

1 Comment

  1. Alex says: September 25, 2017 at 1:37 pmReply

    Mega – Projekt!!!