• Sommerspritzer #9 mit “Tetragon”

    Hallo! Stellt euch doch mal kurz vor. Wer seid ihr, wie heißt euer Projekt und warum nehmt ihr am Social Impact Award teil?
    Wir sind Tetragon, also das ist der geplante Firmenname, weil gegründet sind wir noch nicht. Unser
    Produkt ist ein Braillering, ein mobiles Blindenschriftdisplay. Unser Team besteht aus sechs
    Personen, zwei Unterstützer und vier von uns die geplanten Gründer. Unseren Background haben
    wir alle an der TU; wir haben dort studiert oder gearbeitet. Und zwar von den Bereichen Informatik
    über Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen bis hin zu Feinmechanik. Wichtig ist auch, dass wir
    einen blinden Braille-Experten im Team haben, der natürlich viel Erfahrung einbringen kann. Am SIA
    nehmen wir teil, damit wir Unterstützung für das Entwickeln unseres Business Plans erhalten, wo
    wir doch eine sehr spezielle Zielgruppe haben.

    Wir leben in einer Welt, in der vieles gut, manches aber auch schlecht läuft. Welches Problem regt euch am meisten auf?
    In der Brailltechnologie gibt es seit etwa 40 Jahren keinerlei Weiterentwicklung in Sachen Technik.
    So sind die Geräte sehr unflexibel, teilweise sehr empfindlich was deren Handhabung (Schmutz,
    etc.) angeht und zudem sehr teuer. Das hat dazu geführt, dass die Blindenschrift an Attraktivität
    verloren hat. Zwar gibt es durch Smartphones mit Sprachausgabe eine Unterstützung für blinde
    Menschen, doch führte dies dazu, dass heute nur mehr 10% die Blindenschrift lesen können.
    Analphabetismus ist also hier ein richtiges Problem geworden.

    Wie löst ihr dieses Problem und wodurch unterscheidet ihr euch darin von bisherigen Lösungsversuchen und Mitbewerb?
    Wir lösen besagtes Problem dahingehend, als dass unser Produkt ein ganz anderes Konzept
    verfolgt, wie die Punkte gesetzt werden. Dies führt dazu, dass weniger Teile notwendig sind und in
    weiterer Folge das Produkt nicht nur leistbar sondern auch robuster und kompakter wird. Auch sind
    längere Zeilen darstellbar, was eine weitere Verbesserung für die Kunden darstellt.

    Was ist die größte Herausforderung am Weg zum Social Business und inwiefern unterstützt der Social Impact Award euch dabei diese zu lösen?
    Für uns ist die größte Herausforderung schon, den richtigen Zwischenweg von Business bzw.
    Geschäft und dem guten Zweck, den wir ja auch verfolgen wollen, zu finden. Zwar wollen wir unser
    Produkt günstig anbieten, aber haben wir doch einige Kosten zu decken, von Fertigung, spezieller
    Expertise hin zu Materialkosten, was das leider nicht möglich macht. Hier unterstützt uns dann
    auch der SIA sehr. Also wie wir unser Geschäft aufbauen können, Förderung lukrieren, damit wir
    dauerhaft bestehen können. Es gibt ja viele bei SIA bzw. im Impact Hub, die einen ähnlichen Weg
    gegangen sind wie wir, deren Erfahrung hilft uns also auf unserem eigenen Weg.

    Wie lautet die Botschaft, die ihr jungen ambitionierten Menschen mitgeben wollt, die Verantwortung für eine bessere Welt übernehmen wollen?
    Diese Frage ist etwas schwierig, weil wir ja auch erst am Anfang stehen. Wichtig ist aber, keine Angst
    zu haben, wenn man nicht alles Notwendige selber weiß. Es gibt viele, die einem helfen können. Man
    muss nur mit den richtigen Leuten zusammenkommen und schauen, dass man mit den richtigen
    Leuten zusammenarbeitet.

     

    Vielen Dank für das Gespräch – wir freuen uns darauf in Zukunft noch viel von euch zu hören!

    Du möchtest mehr erfahren? Informiere dich auf der Homepage von Tetragon!

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    Der Sommer-Spritzer:
    Du fragst dich vielleicht, was hinter den Kulissen des Social Impact Awards passiert und was eigentlich aus den 10 Finalisten geworden ist, die Anfang Mai das Abenteuer “Praktikum im eigenen Projekt” gestartet haben.
    Eines vorweg: Alle Projekte verfolgen ihre Mission mit voller Motivation und arbeiten, trotz der Sommer-Monate hart an sich.
    Um auch euch an den individuellen Fortschritten teilhaben zu lassen, haben wir die FinalistInnen interviewt und stellen euch jede Woche ein Projekt im Rahmen eines spritzigen und authentischen Interviews vor.