• Interview mit My Future Academy (SIA-Finalist 2018)

    „Und was willst du später einmal machen?“ Eine Frage, bei der viele junge Menschen nervös zusammenzucken. My Future Academy greift genau dort ein, wo Schul- und Universitätsbildung nicht ausreichend helfen kann – In einer digitalen Akademie und in Workshops, die junge Menschen bei der Entfaltung des Potenzials, bei der Zukunftsplanung und bei der Suche nach Antworten auf Fragen, die bisher unbeantwortet blieben, unterstützen soll.

    Wir haben mit Eva Keiffenheim, die bei My Future Academy für Learning Design & Sales verantwortlich ist, über ihr Startup gesprochen.

    SIA: Was war eure Motivation? Warum habt ihr euer Projekt ins Leben gerufen?

    My Future Academy: My Future Academy entstand aus einem Problem, über das wir drei Gründer_innen in unserer Vergangenheit gestolpert sind. Immer wieder wurden wir mit Herausforderungen konfrontiert, auf die wir durch unser Wissen aus Schule und Studium keine passenden Antworten finden konnten. Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen auch in ungewissen Zeiten ihr Potenzial zu entdecken und umzusetzen.

    SIA: Wie habt ihr die Idee für euer Projekt bekommen? Was habt ihr in dem Moment gemacht als euch die Idee eingefallen ist? Wo wart ihr?

    My Future Academy: Die Idee kam uns im Flugzeug auf dem Rückflug vom Silicon Valley. Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie man Ideenreichtum und Ideenumsetzung auch jungen Menschen vermitteln könnte. Unsere ursprüngliche Idee war ein Sommercamp für Jugendliche. Die Idee mehr Menschen über eine digitale Lernplattform zu erreichen kam erst nach weiteren Brainstorming Treffen hinzu.

    SIA: Warum hattet ihr das Gefühl das Projekt jetzt umsetzen zu müssen?

    My Future Academy: Es gibt verschiedene Gründe My Future Academy jetzt umsetzen. Zum einen war Bildung nie so einfach zugänglich wie heute. Fast jede junge Person besitzt ein Smartphone oder hat Zugang zu einem PC. Zum anderen standen junge Menschen noch nie vor so vielen Möglichkeiten und Herausforderungen wie heute. Viele fühlen sich von der Menge an Entscheidungen überfordert. Genau da setzen wir an.

    SIA: Sind Soft Skills Eigenschaften, die man in einem Kurs erlernen kann? Wenn ja, wie funktioniert das? Werden die Teilnehmer individuell betreut?

    My Future Academy: Mit diesen Fragen experimentieren wir selbst noch stark. Soziale Kompetenzen untergliedern wir in Selbstkompetenzen, so etwas wie Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, etc. und auf der anderen Seite Lernkompetenzen, also Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Lerntechniken und so weiter. Wir versuchen im Moment das Wissen über eine digitale Plattform zu vermitteln, wollen aber sicherstellen, dass es sehr anwendungsorientiert ist. Deshalb planen wir langfristig die Vermittlung nicht nur online, sondern auch unterstützende Wissensaustausche im Peer-to-Peer Learning. Wir haben auch schon eine Mind-Master-Gruppe, wo wir uns gegenseitig austauschen, damit der Wissensverkehr nicht einseitig ist, sondern auch unter den Teilnehmern stattfindet.

    SIA: „Bildung für Jugendliche aus allen Schichten“ – das ist euer Ziel. Bedeutet das, dass man euer Service kostenfrei in Anspruch nehmen kann?

    My Future Academy: Bisher ist unser Service kostenfrei, wir haben schon drei Workshops angeboten, die wir in Sozialen Medien beworben haben und in denen Teilnehmer*innen mit den unterschiedlichsten Hintergründen vertreten waren. Unser Ziel ist es die Plattform langfristig für alle Menschen aus bildungsfernen Schichten kostenlos zu belassen. Gleichzeitig sind wir aber auf der Suche nach einem Impact- Driven Business-Model. Wir möchten uns langfristig mit dem Projekt selbst finanzieren können.

    SIA: Was ist eure größte Schwierigkeit bei der Entwicklung eures Projektes? Welche persönlichen Eigenschaften helfen euch dabei?

    My Future Academy: Die größte Schwierigkeit bei der Entwicklung ist uns auf eine Zielgruppe festzulegen, da wir möglichst viele Menschen gleichzeitig erreichen möchten. Ursprünglich war My Future Academy an Schüler*innen gerichtet. Bei Jugendlichen in der Schule, also 15-Jährigen, ist aber der Präfrontale Cortex noch nicht so weit ausgeprägt. Dieser Gehirnbereich ist dafür verantwortlich, dass man seine Zukunft planen möchte und sich diese vorstellen kann. Wir haben gemerkt, dass Schüler*innen Schüler*innen bleiben möchten. Sie wollen sich den Kopf noch nicht über ihre Zukunft zerbrechen und wir sollen sie auch nicht in diese Rolle drängen. Studierende beschäftigen sich viel mehr mit den Fragen, auf die wir Antworten geben können. Eine persönliche Eigenschaft, die uns bei der Zielgruppensuche geholfen hat war Offenheit.

    SIA: Woher nehmt ihr euer Wissen, welches ihr in den unterschiedlichen Kursen und Modulen vermittelt und wie hat sich euer Team zusammengefunden?

    My Future Academy: Wir sind drei Gründer*innen. Philip Hofmacher ist ein erfahrener Online Learning Instructor, Sinem Günel ist Bildungsberaterin und vertritt die WU an Schulen, ich habe im Bachelor Wirtschaftspädagogik studiert, meine pädagogische Ausbildung bei „Teach for Austria“ weitergeführt, unterrichte gerade auf einer Neuen Mittelschule und beschäftige mich mit den Inhalten von Selbstkompetenz und Learning Design. Wir haben uns durch die gemeinsame Projektarbeit an der Entrepreneurship Avenue kennengelernt.

    SIA: Erzählt uns eine lustige Anekdote aus eurem Projektleben.

    My Future Academy: Bei der SIA-Verkündung saßen wir natürlich nervös im Publikum, nachdem wir unter 7 von 10 aufgerufenen Finalisten noch nicht genannt wurden. Darauf kam die Einleitung „Und das nächste Projekt beschäftigt sich mit Bildung“. Wir freuten uns, da wir dachten, dass wir endlich aufgerufen wurden. Dann war aber der nächste Satz mit „in selbstgebauten Öfen“. Wir haben uns dann selbst ausgelacht, weil es eigentlich überhaupt nicht zu unserem Projekt gepasst hat und wir uns eiskalt geirrt haben.

    SIA: Gab es auch schon eine peinliche Situation oder einen besonders tollen Moment (abgesehen von dem SIA Finalist Announcement von dem ihr uns berichten möchtet?

    My Future Academy: Dieses Jahr gab es wieder die Entrepreneurship Avenue. Man muss sich bei den Vorveranstaltungen für das Finale qualifizieren. Wir haben es sogar unter die Top 10 geschafft und auch, wenn wir es nicht gewonnen haben, haben wir sehr viele positive Rückmeldungen bekommen und auch viele Ideen von Zuhörern im Publikum. Das war ein sehr schöner und bestärkender Moment, der uns viel Motivation gegeben hat.

    Mehr Informationen rund um My Future Academy findet ihr auf ihrer Homepage, Facebookseite, sowie auf Instagram.

    Die Interviews mit allen 10 Finalisten werden auf der Website des Social Impact Awards, der Facebookseite des Social Impact Awards, sowie auf dem Blog “This Sustainable Life” von Elisa Gramlich veröffentlicht. Die Interviews dienen dem Community-Voting, für welches man auf der Website des Social Impact Awards bis 25. September 2018 abstimmen kann.